Ver­fah­rens­in­for­ma­ti­on

Der Klä­ger steht als Lo­ko­mo­tiv­füh­rer in ei­nem Be­am­ten­ver­hält­nis mit dem Be­klag­ten. Er ist der Bei­ge­la­de­nen (DB Re­gio AG) zur Dienst­leis­tung zu­ge­wie­sen. Der Be­klag­te hat ihn we­gen dau­ern­der Dienst­un­fä­hig­keit als Lo­ko­mo­tiv­füh­rer aus ge­sund­heit­li­chen Grün­den vor­zei­tig ge­gen sei­nen Wil­len in den Ru­he­stand ver­setzt, weil im Be­reich der Bahn AG kein ge­eig­ne­ter Ar­beits­platz zur Ver­fü­gung steht, den der Klä­ger ge­sund­heit­lich be­wäl­ti­gen kann. Die Vor­in­stan­zen ha­ben der Kla­ge statt­ge­ge­ben, weil der Be­klag­te nicht in ei­nem hier­für vor­ge­se­he­nen Ver­fah­ren er­mit­telt hat, ob ein ge­eig­ne­ter Ar­beits­platz im Ge­schäfts­be­reich des Bun­des­mi­nis­ters für Ver­kehr vor­han­den ist oder durch zu­mut­ba­re or­ga­ni­sa­to­ri­sche Än­de­run­gen ge­schaf­fen wer­den kann.


Pres­se­mit­tei­lung Nr. 19/2009 vom 26.03.2009

Ver­set­zung dienst­un­fä­hi­ger Bahn­be­am­ter in den Ru­he­stand

Wie al­le Bun­des­be­am­ten kön­nen die der Deut­schen Bahn zu­ge­wie­se­nen Bun­des­be­am­ten vor Er­rei­chen der ge­setz­li­chen Al­ters­gren­ze in den Ru­he­stand ver­setzt wer­den, wenn sie dienst­un­fä­hig sind und nicht im Be­reich des Dienst­herrn auf ei­ner an­de­ren Stel­le be­schäf­tigt wer­den kön­nen, de­ren An­for­de­run­gen sie noch ge­wach­sen sind. Das hat das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt in Leip­zig heu­te ent­schie­den.


Zwei Lo­ko­mo­tiv­füh­rer, die aus ge­sund­heit­li­chen Grün­den nicht mehr im­stan­de sind, im Fahr­dienst zu ar­bei­ten, wand­ten sich ge­gen ih­re Ver­set­zung in den Ru­he­stand. Die Vor­in­stan­zen ha­ben die Ver­set­zun­gen auf­ge­ho­ben. Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt hat die­se Ent­schei­dun­gen be­stä­tigt. Ein Be­am­ter ist dienst­un­fä­hig, wenn er aus ge­sund­heit­li­chen Grün­den bei sei­ner Be­schäf­ti­gungs­be­hör­de nicht mehr amts­an­ge­mes­sen be­schäf­tigt wer­den kann. Dies steht hier nicht fest. Die Klä­ger sind zwar nicht mehr im­stan­de, Lo­ko­mo­ti­ven zu füh­ren. Die Vor­in­stan­zen ha­ben je­doch nicht ge­prüft, ob ge­eig­ne­te Stel­len im In­nen­dienst des Bahn­be­triebs, dem die Klä­ger zu­ge­wie­sen wa­ren, vor­han­den wa­ren. Die Ver­set­zun­gen in den vor­zei­ti­gen Ru­he­stand sind je­den­falls des­halb rechts­wid­rig, weil nicht aus­rei­chend ge­prüft wur­de, ob ei­ne Ver­wen­dung im In­nen­dienst bei ei­nem an­de­ren Un­ter­neh­men der Deut­schen Bahn oder in der Bun­des­ver­wal­tung mög­lich ist. Der ge­setz­li­che Grund­satz "Wei­ter­ver­wen­dung statt Früh­pen­sio­nie­rung" er­laubt die Ver­set­zung in den Ru­he­stand erst, wenn im Be­reich des Dienst­herrn er­folg­los nach ei­ner ge­eig­ne­ten Ver­wen­dungs­mög­lich­keit ge­sucht wur­de. In Be­tracht kom­men grund­sätz­lich auch Stel­len, für die der Be­am­te um­ge­schult wer­den muss. Es ge­nügt nicht, den Be­am­ten auf­zu­for­dern, sich auf aus­ge­schrie­be­ne Stel­len zu be­wer­ben.


Auf­grund der ver­fas­sungs­recht­lich ge­währ­leis­te­ten Ver­ant­wor­tung des Dienst­herrn für die Bun­des­be­am­ten, die der Deut­schen Bahn zu­ge­wie­sen sind, darf die für die Ver­set­zung zu­stän­di­ge Bun­des­be­hör­de die ob­li­ga­to­ri­sche Su­che nicht der Deut­schen Bahn über­las­sen. Die Su­che darf auch nicht des­halb un­ter­blei­ben, weil die Deut­sche Bahn ei­nen Teil der ihr zu­ge­wie­se­nen Bun­des­be­am­ten nicht be­schäf­tigt, son­dern dem Per­so­nal­über­hang zu­ge­wie­sen hat. Die­se Pra­xis ist mit den ver­fas­sungs­recht­lich ge­währ­leis­te­ten Be­schäf­ti­gungs­an­sprü­chen der Be­am­ten nicht ver­ein­bar.


BVer­wG 2 C 46.08 - Ur­teil vom 26.03.2009

BVer­wG 2 C 73.08 - Ur­teil vom 26.03.2009


Ur­teil vom 26.03.2009 -
BVer­wG 2 C 73.08ECLI:DE:BVer­wG:2009:260309U2C73.08.0

Leit­sät­ze:

Ein Be­am­ter ist nicht dienst­un­fä­hig im Sin­ne von § 42 Abs. 1 BBG, wenn er in sei­ner Be­schäf­ti­gungs­be­hör­de auf ei­nem an­de­ren Dienst­pos­ten ver­wen­det wer­den kann, der sei­nem sta­tus­recht­li­chen Amt ent­spricht.

Die Wei­ter­ver­wen­dung ei­nes dienst­un­fä­hi­gen Be­am­ten nach § 42 Abs. 3 BBG ist mög­lich, wenn im Be­reich des Dienst­herrn in der Zeit, die für ei­nen ho­ri­zon­ta­len Lauf­bahn­wech­sel not­wen­dig ist, ein Dienst­pos­ten frei wird, der ei­nem sta­tus­recht­li­chen Amt glei­cher Wer­tig­keit wie das Amt des Be­am­ten zu­ge­ord­net und ge­sund­heit­lich für ihn ge­eig­net ist.

Dem Dienst­herrn ob­liegt ge­mäß § 42 Abs. 3 BBG die Su­che nach ei­ner an­der­wei­ti­gen Ver­wen­dung für dienst­un­fä­hi­ge Be­am­te.

  • Rechts­quel­len
  • Zi­tier­vor­schlag

Ur­teil

BVer­wG 2 C 73.08

  • VGH Kas­sel - 03.09.2008 - AZ: VGH 1 UE 1394/07 -
  • Hes­si­scher VGH - 03.09.2008 - AZ: VGH 1 UE 1394/07

In der Ver­wal­tungs­streit­sa­che hat der 2. Se­nat des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts
auf die münd­li­che Ver­hand­lung vom 26. März 2009
durch den Vor­sit­zen­den Rich­ter am Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt Her­bert,
die Rich­ter am Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt Gro­ep­per und Dr. Heitz,
die Rich­te­rin am Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt Thom­sen und
den Rich­ter am Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt Dr. Bur­meis­ter
für Recht er­kannt:

  1. Die Re­vi­si­on des Be­klag­ten ge­gen den Be­schluss des Hes­si­schen Ver­wal­tungs­ge­richts­hofs vom 3. Sep­tem­ber 2008 wird zu­rück­ge­wie­sen.
  2. Der Be­klag­te trägt die Kos­ten des Re­vi­si­ons­ver­fah­rens mit Aus­nah­me der au­ßer­ge­richt­li­chen Kos­ten der Bei­ge­la­de­nen, die die­se selbst trägt.

Grün­de

I

1 Der Klä­ger wen­det sich ge­gen sei­ne Ver­set­zung in den Ru­he­stand vor Er­rei­chen der ge­setz­li­chen Al­ters­gren­ze.

2 Der 1959 ge­bo­re­ne Klä­ger stand als Bun­des­be­am­ter auf Le­bens­zeit im Amt ei­nes Bun­des­bahn­ober­se­kre­tärs (Be­sol­dungs­grup­pe A 7) im Dienst der frü­he­ren Bun­des­bahn. An­fang 1994 wur­de er der neu ge­grün­de­ten Deut­sche Bahn AG zur Dienst­leis­tung zu­ge­wie­sen. Im Jah­re 2001 er­warb der Klä­ger die Be­fä­hi­gung für die Lauf­bahn der Lo­ko­mo­tiv­füh­rer und wech­sel­te in die­se Lauf­bahn. Im Ju­li 2002 wur­de er zum Haupt­lo­ko­mo­tiv­füh­rer (Be­sol­dungs­grup­pe A 8) er­nannt. Bis Mai 2004 war er als S-Bahn­füh­rer im „Re­gio­nal­ver­kehr S-Bahn Rhein-Main“ der Deut­sche Bahn Re­gio AG tä­tig. Seit­dem kann er aus ge­sund­heit­li­chen Grün­den nicht mehr im Fahr­dienst ein­ge­setzt wer­den. Bis Au­gust 2004 war der Klä­ger im In­nen­dienst tä­tig.

3 Zwi­schen Ok­to­ber 2004 und Fe­bru­ar 2006 führ­te die Deut­sche Bahn zwei Ver­fah­ren nach der Kon­zern­richt­li­nie „Be­hin­der­te in­te­grie­ren“ durch, um dem Klä­ger ei­ne Tä­tig­keit im Ver­wal­tungs­dienst oder als Fahr­dienst­lei­ter, Zug­be­glei­ter oder Fahr­kar­ten­ver­käu­fer zu ver­mit­teln. Sei­ne Be­wer­bun­gen auf aus­ge­schrie­be­ne Stel­len hat­ten kei­nen Er­folg.

4 Da ei­ne Ver­bes­se­rung des Ge­sund­heits­zu­stan­des des Klä­gers nicht zu er­war­ten war, ver­setz­te ihn der Lei­ter der Dienst­stel­le Mit­te des Be­klag­ten ge­gen sei­nen Wil­len mit Ab­lauf des 31. Ju­li 2006 in den Ru­he­stand. Der nach er­folg­lo­sem Wi­der­spruch er­ho­be­nen Kla­ge hat das Ver­wal­tungs­ge­richt statt­ge­ge­ben. Die Be­ru­fung des Be­klag­ten hat der Hes­si­sche Ver­wal­tungs­ge­richts­hof im We­sent­li­chen aus fol­gen­den Grün­den zu­rück­ge­wie­sen:

5 Der Klä­ger sei dienst­un­fä­hig, weil er auf­grund sei­ner kör­per­li­chen Be­schwer­den auf Dau­er au­ßer Stan­de sei, die Dienst­pflich­ten ei­nes Trieb­fahr­zeug­füh­rers im Be­triebs­dienst der Deut­schen Bahn zu er­fül­len. Die vor­zei­ti­ge Ver­set­zung in den Ru­he­stand ver­sto­ße aber ge­gen den Grund­satz „Wei­ter­ver­wen­dung vor Ver­sor­gung“ ge­mäß § 42 Abs. 3 BBG. Da­nach sei ei­ne vor­zei­ti­ge Pen­sio­nie­rung we­gen Dienst­un­fä­hig­keit nur zu­läs­sig, wenn der Be­am­te im Be­reich des Dienst­herrn nicht auf ei­nem Dienst­pos­ten ver­wen­det wer­den kön­ne, des­sen Wer­tig­keit sei­nem sta­tus­recht­li­chen Amt ent­spre­che und des­sen An­for­de­run­gen er ge­sund­heit­lich ge­wach­sen sei. Dem Be­am­ten kön­ne auch ein Amt ei­ner an­de­ren Lauf­bahn über­tra­gen wer­den, für die er die Be­fä­hi­gung erst noch er­wer­ben müs­se. Auch per­so­nel­le und or­ga­ni­sa­to­ri­sche Än­de­run­gen müss­ten in den Blick ge­nom­men wer­den. Dies gel­te auch für die der Deut­schen Bahn zu­ge­wie­se­nen Be­am­ten.

6 Die Su­che nach ei­ner an­der­wei­ti­gen Ver­wen­dung für den Klä­ger ha­be den Vor­ga­ben des § 42 Abs. 3 BBG nicht ent­spro­chen. Sie ha­be sich nur auf den Be­reich der Deut­schen Bahn, nicht aber auf den ge­sam­ten Ge­schäfts­be­reich des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Ver­kehr, Bau und Stadt­ent­wick­lung er­streckt. Die von der Bei­ge­la­de­nen durch­ge­führ­ten Stel­len­ver­mitt­lungs­ver­fah­ren sei­en auf ak­tu­ell freie Stel­len be­schränkt ge­we­sen.

7 Ge­gen die­se Be­ru­fungs­ent­schei­dung rich­tet sich die Re­vi­si­on des Be­klag­ten. Er rügt die Aus­le­gung des § 42 Abs. 3 BBG und be­an­tragt,
den Be­schluss des Hes­si­schen Ver­wal­tungs­ge­richts­hofs vom 3. Sep­tem­ber 2008 und das Ur­teil des Ver­wal­tungs­ge­richts Darm­stadt vom 3. Mai 2007 auf­zu­he­ben und die Kla­ge ab­zu­wei­sen.

8 Der Klä­ger be­an­tragt,
die Re­vi­si­on zu­rück­zu­wei­sen.

9 Die Bei­ge­la­de­ne schlie­ßt sich der Re­vi­si­on an, stellt aber kei­nen An­trag.

10 Der Ver­tre­ter des Bun­des­in­ter­es­ses be­tei­ligt sich am Ver­fah­ren.

II

11 Die Re­vi­si­on des Be­klag­ten ist nicht be­grün­det. Der Ver­wal­tungs­ge­richts­hof hat zu Recht an­ge­nom­men, dass die Ver­set­zung des Klä­gers in den Ru­he­stand we­gen Dienst­un­fä­hig­keit ge­gen den ge­setz­li­chen Grund­satz „Wei­ter­ver­wen­dung vor Ver­sor­gung“ ver­stö­ßt.

12 Man­gels spe­zi­el­ler Re­ge­lun­gen für die der Deut­schen Bahn zu­ge­wie­se­nen Be­am­ten rich­tet sich die Recht­mä­ßig­keit der Ver­set­zung in den Ru­he­stand nach § 42 Abs. 1 und 3 BBG in der Fas­sung der Be­kannt­ma­chung vom 31. März 1999 (BGBl I S. 675). Zwar ist die­se Vor­schrift wäh­rend des Re­vi­si­ons­ver­fah­rens durch § 44 des neu­en Bun­des­be­am­ten­ge­set­zes ab­ge­löst wor­den (Art. 1 des Dienst­rechts­neu­ord­nungs­ge­set­zes vom 5. Fe­bru­ar 2009, BGBl I S. 160 <170>). Für die Recht­mä­ßig­keit kommt es aber auf die Sach- und Rechts­la­ge im Zeit­punkt der letz­ten Ver­wal­tungs­ent­schei­dung an (Ur­teil vom 16. Ok­to­ber 1997 - BVer­wG 2 C 7.97 - BVer­w­GE 105, 267 <269 ff.> = Buch­holz 232 § 42 BBG Nr. 22 S. 4 f.).

13 Nach § 42 Abs. 1 Satz 1 BBG ist ein Be­am­ter auf Le­bens­zeit vor Er­rei­chen der ge­setz­li­chen Al­ters­gren­ze in den Ru­he­stand zu ver­set­zen, wenn er dienst­un­fä­hig ist. Nach § 42 Abs. 3 BBG soll von der Ver­set­zung ab­ge­se­hen wer­den, wenn der Be­am­te nach Ma­ß­ga­be der Sät­ze 1 bis 4 die­ses Ab­sat­zes wei­ter im ak­ti­ven Dienst ver­wen­det wer­den kann. Dies macht deut­lich, dass die vor­zei­ti­ge Ver­set­zung in den Ru­he­stand we­gen Dienst­un­fä­hig­keit re­gel­mä­ßig nur zu­läs­sig ist, wenn die Vor­aus­set­zun­gen des § 42 Abs. 1 und 3 BBG ku­mu­la­tiv er­füllt sind.

14 1. Aus den tat­säch­li­chen Fest­stel­lun­gen des Ver­wal­tungs­ge­richts­hofs er­gibt sich nicht, dass der Klä­ger im ma­ß­geb­li­chen Zeit­punkt der Wi­der­spruchs­ent­schei­dung dienst­un­fä­hig war. Nach § 42 Abs. 1 Satz 1 BBG ist der Be­am­te auf Le­bens­zeit dienst­un­fä­hig, wenn er we­gen sei­nes kör­per­li­chen Zu­stan­des oder aus ge­sund­heit­li­chen Grün­den zur Er­fül­lung sei­ner Dienst­pflich­ten dau­ernd un­fä­hig ist. Hier­für reicht nicht aus, dass der Be­am­te die Auf­ga­ben des von ihm wahr­ge­nom­me­nen Am­tes im kon­kret-funk­tio­nel­len Sinn (Dienst­pos­ten) nicht mehr er­fül­len kann. Denn Maß­stab für die Be­ur­tei­lung der Dienst­un­fä­hig­keit ist das dem Be­am­ten zu­letzt über­tra­ge­ne Amt im abs­trakt-funk­tio­nel­len Sinn. Es um­fasst al­le bei der Be­schäf­ti­gungs­be­hör­de dau­er­haft ein­ge­rich­te­ten Dienst­pos­ten, auf de­nen der Be­am­te amts­an­ge­mes­sen be­schäf­tigt wer­den kann. Da­her setzt Dienst­un­fä­hig­keit vor­aus, dass bei der Be­schäf­ti­gungs­be­hör­de kein Dienst­pos­ten zur Ver­fü­gung steht, der dem sta­tus­recht­li­chen Amt des Be­am­ten zu­ge­ord­net und ge­sund­heit­lich für ihn ge­eig­net ist (Ur­tei­le vom 23. Sep­tem­ber 2004 - BVer­wG 2 C 27.03 - BVer­w­GE 122, 53 <55> = Buch­holz 239.1 § 36 Be­amtVG Nr. 2 S. 2 und vom 18. Sep­tem­ber 2008 - BVer­wG 2 C 8.07 - ZBR 2009, 96 <97>, zur Ver­öf­fent­li­chung in den Ent­schei­dungs­samm­lun­gen BVer­w­GE und Buch­holz vor­ge­se­hen).

15 Reicht die Leis­tungs­fä­hig­keit des Be­am­ten für ei­nen Teil der amts­an­ge­mes­se­nen Dienst­pos­ten aus, sind die­se aber be­setzt, so hängt die Dienst­un­fä­hig­keit von den per­so­nel­len und or­ga­ni­sa­to­ri­schen Ge­ge­ben­hei­ten bei der Be­schäf­ti­gungs­be­hör­de ab. Der Be­am­te ist wei­ter­hin dienst­fä­hig, wenn ein ge­eig­ne­ter Dienst­pos­ten ent­we­der für ihn frei­ge­macht oder durch or­ga­ni­sa­to­ri­sche Än­de­run­gen ein­ge­rich­tet wer­den kann. Dar­an fehlt es, wenn der­ar­ti­ge Maß­nah­men die sach­ge­mä­ße und rei­bungs­lo­se Er­fül­lung der dienst­li­chen Auf­ga­ben be­ein­träch­ti­gen wür­den. Stö­run­gen des Be­triebs­ab­laufs dür­fen nicht über das Maß hin­aus­ge­hen, das mit Än­de­run­gen vor­über­ge­hend zwangs­läu­fig ver­bun­den ist (zum Gan­zen Lem­hö­fer, in Plog/Wie­dow, BBG/Be­amtVG, Kom­men­tar, Band 1, Stand Au­gust 2007, § 42 Rn. 4).

16 Bei den pri­vat­recht­lich or­ga­ni­sier­ten Un­ter­neh­men der Deut­schen Bahn gibt es kei­ne Äm­ter­struk­tur, wie sie § 18 BBesG für Be­hör­den vor­sieht. Da­her müs­sen die in § 18 BBesG ver­wen­de­ten Be­grif­fe der Äm­ter und ih­rer Wer­tig­keit an die or­ga­ni­sa­to­ri­schen Ge­ge­ben­hei­ten der Bahn an­ge­passt wer­den. Die­se Auf­ga­be leis­ten Art. 1 § 12 Abs. 2 Satz 1 und § 27 Abs. 1 Satz 1 des Ge­set­zes zur Neu­ord­nung des Ei­sen­bahn­we­sens vom 27. De­zem­ber 1993 - ENeu­OG - (BGBl I S. 2378), zu­letzt ge­än­dert durch Ver­ord­nung vom 31. Ok­to­ber 2006 (BGBl I S. 2407). Da­nach gel­ten gleich­wer­ti­ge Tä­tig­kei­ten bei den Ge­sell­schaf­ten der Deut­schen Bahn als amts­ge­mä­ße Funk­tio­nen. Die Gleich­wer­tig­keit der ei­nem Be­am­ten über­tra­ge­nen Tä­tig­keit ist auf­grund ei­nes Funk­ti­ons­ver­gleichs mit den Tä­tig­kei­ten bei der frü­he­ren Bun­des­bahn zu be­ur­tei­len. Ei­ne nach die­sem Maß­stab gleich­wer­ti­ge Tä­tig­keit gilt als amts­an­ge­mes­se­ne Be­schäf­ti­gung (Ur­teil vom 3. März 2005 - BVer­wG 2 C 11.04 - BVer­w­GE 123, 107 <113> = Buch­holz 240 § 18 BBesG Nr. 28 S. 8 f.).

17 Die amts­an­ge­mes­se­nen Auf­ga­ben für Be­am­te der Lauf­bahn der Lo­ko­mo­tiv­füh­rer er­ge­ben sich aus § 10 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 bis 3 der Ei­sen­bahn-Lauf­bahn-ver­ord­nung vom 28. Ok­to­ber 2004 - ELV - (BGBl I S. 2703 <2706>). Da­nach neh­men die­se Be­am­ten ne­ben dem „Füh­ren von Trieb­fahr­zeu­gen im Zug­fahr- und Ran­gier­dienst, Lok­ran­gier­dienst“ (Nr. 1) auch die Auf­ga­ben „Steue­rung des Ein­sat­zes der Trieb­fahr­zeu­ge und des Lok­per­so­nals“ (Nr. 2) und „Ab­nah­me-, Ver­suchs- und Aus­bil­dungs­dienst“ (Nr. 3) wahr. Die­se Re­ge­lun­gen ent­hal­ten ei­ne Funk­ti­ons­be­schrei­bung, die der her­kömm­li­chen Ver­wen­dung in Äm­tern ent­spricht, die Lo­ko­mo­tiv­füh­rern vor­be­hal­ten sind (Ur­teil vom 3. März 2005 a.a.O. S. 111 bzw. S. 7).

18 Die tat­säch­li­chen Fest­stel­lun­gen der Be­ru­fungs­ent­schei­dung rei­chen nicht aus, um die Fra­ge der Dienst­un­fä­hig­keit des Klä­gers be­ant­wor­ten zu kön­nen. Der Ver­wal­tungs­ge­richts­hof hat fest­ge­stellt, der Klä­ger kön­ne im In­nen­dienst ein­ge­setzt wer­den. Da­her ist er nicht be­reits des­halb dienst­un­fä­hig, weil er auf Dau­er kei­ne Trieb­fahr­zeu­ge mehr füh­ren kann. Viel­mehr kommt es für die Dienst­un­fä­hig­keit dar­auf an, ob im Be­reich des „Re­gio­nal­ver­kehrs S-Bahn Rhein-Main“ der Deut­sche Bahn Re­gio AG, der an die Stel­le der Be­schäf­ti­gungs­be­hör­de tritt, für den Klä­ger im Zeit­punkt der Wi­der­spruchs­ent­schei­dung ge­eig­ne­te Stel­len zur Wahr­neh­mung von Auf­ga­ben nach § 10 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 und 3 ELV ein­ge­rich­tet wa­ren. War dies der Fall, so kommt es wei­ter dar­auf an, ob ei­ne sol­che Stel­le frei war oder auf­grund von zu­mut­ba­ren per­so­nel­len oder or­ga­ni­sa­to­ri­schen Än­de­run­gen mit dem Klä­ger hät­te be­setzt wer­den kön­nen. Dies hat der Ver­wal­tungs­ge­richts­hof nicht ge­prüft.

19 2. Die Ver­set­zung des Klä­gers in den Ru­he­stand we­gen Dienst­un­fä­hig­keit ist je­den­falls des­halb rechts­wid­rig, weil die nach § 42 Abs. 3 BBG ge­bo­te­ne Su­che nach ei­ner an­der­wei­ti­gen Ver­wen­dung des Klä­gers nicht in der Ver­ant­wor­tung des Dienst­herrn durch­ge­führt wor­den und in der Sa­che hin­ter den An­for­de­run­gen des § 42 Abs. 3 BBG zu­rück­ge­blie­ben ist. Nach Satz 1 die­ser Vor­schrift soll von der Ver­set­zung des Be­am­ten in den Ru­he­stand we­gen Dienst­un­fä­hig­keit ab­ge­se­hen wer­den, wenn ihm ein an­de­res Amt der­sel­ben oder ei­ner an­de­ren Lauf­bahn über­tra­gen wer­den kann. Nach Satz 2 ist die Über­tra­gung ei­nes an­de­ren Am­tes in den Fäl­len des Sat­zes 1 oh­ne Zu­stim­mung des Be­am­ten zu­läs­sig, wenn das neue Amt zum Be­reich des­sel­ben Dienst­herrn ge­hört, es min­des­tens mit dem­sel­ben End­grund­ge­halt ver­bun­den ist wie das bis­he­ri­ge Amt und zu er­war­ten ist, dass der Be­am­te den ge­sund­heit­li­chen An­for­de­run­gen des neu­en Am­tes ge­nügt. Nach Satz 3 hat der Be­am­te an Maß­nah­men für den Er­werb der neu­en Be­fä­hi­gung teil­zu­neh­men, wenn er nicht die Be­fä­hi­gung für die an­de­re Lauf­bahn be­sitzt. Nach Satz 4 kann dem Be­am­ten oh­ne sei­ne Zu­stim­mung ei­ne ge­ringer­wer­ti­ge Tä­tig­keit in­ner­halb sei­ner Lauf­bahn­grup­pe über­tra­gen wer­den, wenn ei­ne an­der­wei­ti­ge Ver­wen­dung nicht mög­lich ist und ihm die Wahr­neh­mung der neu­en Auf­ga­be un­ter Be­rück­sich­ti­gung sei­ner bis­he­ri­gen Tä­tig­keit zu­zu­mu­ten ist.

20 § 42 Abs. 3 BBG ist Aus­druck des Grund­sat­zes „Wei­ter­ver­wen­dung vor Ver­sor­gung“. Ein dienst­un­fä­hi­ger Be­am­ter soll nur dann aus dem ak­ti­ven Dienst aus­schei­den, wenn er dort nicht mehr ein­ge­setzt wer­den kann (BT­Drucks 11/5372 S. 33; 13/3994 S. 33). Die Vor­schrift ist Teil der viel­fäl­ti­gen Be­mü­hun­gen des Bun­des­ge­setz­ge­bers, Pen­sio­nie­run­gen vor Er­rei­chen der ge­setz­li­chen Al­ters­gren­ze so­weit wie mög­lich zu ver­mei­den. Hier­zu ge­hö­ren auch die Wei­ter­ver­wen­dung be­grenzt dienst­fä­hi­ger Be­am­ter nach § 42a BBG und die Re­ak­ti­vie­rung von Ru­he­stands­be­am­ten nach § 45 BBG (Ur­tei­le vom 28. April 2005 - BVer­wG 2 C 1.04 - BVer­w­GE 123, 308 <310> = Buch­holz 240 § 72a BBesG Nr. 1 S. 2 und vom 13. Au­gust 2008 - BVer­wG 2 C 41.07 - ZBR 2009, 93). Im Be­reich des Ver­sor­gungs­rechts sol­len der Ver­sor­gungs­ab­schlag ge­mäß § 14 Abs. 3 Be­amtVG und die An­rech­nung pri­vat­wirt­schaft­li­chen Er­werbs­ein­kom­mens auf die Ver­sor­gungs­be­zü­ge Früh­pen­sio­nie­run­gen ent­ge­gen­wir­ken (Ur­tei­le vom 19. Fe­bru­ar 2004 - BVer­wG 2 C 12.03 - Buch­holz 239.1 § 14 Be­amtVG Nr. 7 und vom 27. Ja­nu­ar 2005 - BVer­wG 2 C 39.03 - Buch­holz 239.1 § 53 Be­amtVG Nr. 13).

21 Da § 42 Abs. 3 BBG an die Dienst­un­fä­hig­keit nach Ab­satz 1 an­knüpft, kann an­der­wei­ti­ge Ver­wen­dung im Sin­ne der Vor­schrift nur die Über­tra­gung von Funk­ti­ons­äm­tern (Amt im abs­trakt-funk­tio­nel­len und im kon­kret-funk­tio­nel­len Sin­ne) be­deu­ten, die nicht dem bis­he­ri­gen sta­tus­recht­li­chen Amt des dienst­un­fä­hi­gen Be­am­ten zu­ge­ord­net sind. Steht ein die­sem Amt ent­spre­chen­der an­de­rer Dienst­pos­ten bei der Be­schäf­ti­gungs­be­hör­de zur Ver­fü­gung, fehlt es be­reits an der Dienst­un­fä­hig­keit im Sin­ne von § 42 Abs. 1 BBG.

22 Als neue Funk­ti­ons­äm­ter, die dem Be­am­ten oh­ne sei­ne Zu­stim­mung über­tra­gen wer­den kön­nen, kom­men nach § 42 Abs. 3 Satz 2 BBG nur Äm­ter in Be­tracht, die ei­nem sta­tus­recht­li­chen Amt mit min­des­tens dem­sel­ben End­grund­ge­halt zu­ge­ord­net sind wie das bis­he­ri­ge sta­tus­recht­li­che Amt des Be­am­ten. Al­tes und neu­es Amt müs­sen die glei­che Wer­tig­keit auf­wei­sen, die durch die Zu­ge­hö­rig­keit zu der­sel­ben Be­sol­dungs­grup­pe zum Aus­druck kommt.

23 Un­ter die­ser Vor­aus­set­zung for­dert § 42 Abs. 3 BBG ei­nen ho­ri­zon­ta­len Lauf­bahn­wech­sel in­ner­halb der je­wei­li­gen Lauf­bahn­grup­pe, um den Be­am­ten im ak­ti­ven Dienst zu hal­ten. Dies er­gibt sich aus Satz 1, wo­nach dem Be­am­ten auch ein Amt ei­ner an­de­ren Lauf­bahn über­tra­gen wer­den kann. Der Be­deu­tungs­ge­halt des Be­griffs der an­de­ren Lauf­bahn er­schlie­ßt sich aus § 6 Abs. 2 und 3 der Bun­des­lauf­bahn­ver­ord­nung - BLV - in der Fas­sung vom 2. Ju­li 2002 (BGBl I S. 2459, be­rich­tigt S. 2671). Nach § 6 Abs. 2 Satz 2 BLV sind Lauf­bah­nen ein­an­der gleich­wer­tig, wenn sie zu der­sel­ben Lauf­bahn­grup­pe ge­hö­ren und die Be­fä­hi­gung für die neue Lauf­bahn auf­grund der bis­he­ri­gen Lauf­bahn­be­fä­hi­gung und Tä­tig­keit durch Un­ter­wei­sung er­wor­ben wer­den kann. Nach § 6 Abs. 3 Satz 1 BLV ist in den Fäl­len des § 42 Abs. 3 BBG auch ein Wech­sel in ei­ne nicht gleich­wer­ti­ge Lauf­bahn zu­läs­sig, wenn die Be­am­ten er­folg­reich in Auf­ga­ben der neu­en Lauf­bahn un­ter­wie­sen wor­den sind. Satz 2 legt die Un­ter­wei­sungs­zeit für die Lauf­bahn­grup­pen fest; sie be­trägt im mitt­le­ren Dienst min­des­tens ein Jahr.

24 Dem­zu­fol­ge ist ei­ne an­der­wei­ti­ge Ver­wen­dung im Sin­ne von § 42 Abs. 3 BBG bei der bis­he­ri­gen Be­schäf­ti­gungs­be­hör­de mög­lich, wenn dem Be­am­ten dort gleich­wer­ti­ge Funk­ti­ons­äm­ter ei­ner an­de­ren Lauf­bahn über­tra­gen wer­den kön­nen. An­sons­ten ist die an­der­wei­ti­ge Ver­wen­dung zwangs­läu­fig mit ei­ner Ver­set­zung zu ei­ner an­de­ren Be­hör­de ver­bun­den. Bei die­ser muss dem Be­am­ten ein neu­es sta­tus­recht­li­ches Amt glei­cher Wer­tig­keit ver­lie­hen wer­den, wenn er nicht auf ei­nem Dienst­pos­ten ein­ge­setzt wird, der dem bis­he­ri­gen sta­tus­recht­li­chen Amt zu­ge­ord­net ist. Neue Funk­ti­ons­äm­ter, die nicht dem bis­he­ri­gen Amt im sta­tus­recht­li­chen Sin­ne zu­ge­ord­net sind, kön­nen nur un­ter Ver­lei­hung des ent­spre­chen­den Am­tes im sta­tus­recht­li­chen Sin­ne über­tra­gen wer­den.

25 3. § 42 Abs. 3 BBG be­grün­det die Pflicht des Dienst­herrn, nach ei­ner an­der­wei­ti­gen Ver­wen­dung zu su­chen. Nur die­ses Ver­ständ­nis ent­spricht dem Ziel der Vor­schrift, dienst­un­fä­hi­ge Be­am­te nach Mög­lich­keit im ak­ti­ven Dienst zu hal­ten. Oh­ne ge­setz­li­che Such­pflicht könn­te die Ver­wal­tung über die Gel­tung des Grund­sat­zes „Wei­ter­ver­wen­dung vor Ver­sor­gung“ nach Ge­sichts­punk­ten der Zweck­mä­ßig­keit ent­schei­den und au­to­nom fest­le­gen, un­ter wel­chen Vor­aus­set­zun­gen und nach wel­chen Kri­te­ri­en sie sich um ei­ne an­der­wei­ti­ge Ver­wen­dung be­müht. Das wä­re mit Wort­laut und Zweck des Ge­set­zes un­ver­ein­bar.

26 Der ge­setz­li­che Vor­rang der wei­te­ren Dienst­leis­tung vor der Früh­pen­sio­nie­rung wird durch den Wort­laut des Sat­zes 1 des § 42 Abs. 3 BBG ver­deut­licht, wo­nach von der Ver­set­zung in den Ru­he­stand we­gen Dienst­un­fä­hig­keit ab­ge­se­hen wer­den „soll“. Soll-Vor­schrif­ten ge­stat­ten Ab­wei­chun­gen von der ge­setz­li­chen Re­gel nur in aty­pi­schen Aus­nah­me­fäl­len, in de­nen das Fest­hal­ten an die­ser Re­gel auch un­ter Be­rück­sich­ti­gung des Wil­lens des Ge­setz­ge­bers nicht ge­recht­fer­tigt ist.

27 Die Su­che nach ei­ner § 42 Abs. 3 BBG ent­spre­chen­den an­der­wei­ti­gen Ver­wen­dung ist re­gel­mä­ßig auf den ge­sam­ten Be­reich des Dienst­herrn zu er­stre­cken. Dies folgt aus dem Wort­laut des Sat­zes 2 des § 42 Abs. 3 BBG, der die Über­tra­gung ei­nes an­de­ren Am­tes für zu­läs­sig er­klärt, wenn es zum Be­reich des­sel­ben Dienst­herrn ge­hört. Für die­sen Um­fang der Such­pflicht spricht auch, dass den Be­am­ten zur Ver­mei­dung der Früh­pen­sio­nie­rung auch der Er­werb ei­ner an­de­ren Lauf­bahn­be­fä­hi­gung zur Pflicht ge­macht wer­den kann. In­halt­li­che Vor­ga­ben für ei­ne Be­schrän­kung der Su­che auf be­stimm­te Be­rei­che der Ver­wal­tungs­or­ga­ni­sa­ti­on des Dienst­herrn las­sen sich aus § 42 Abs. 3 BBG nicht her­lei­ten. Auch die amt­li­chen Ge­set­zes­be­grün­dun­gen ent­hal­ten kei­nen Hin­weis, dass ei­ne Be­schrän­kung ge­wollt ist (vgl. BT­Drucks 11/5372 S. 33, 13/3994 S. 33).

28 Die Su­che nach ei­ner an­der­wei­ti­gen Ver­wen­dung muss sich auf Dienst­pos­ten er­stre­cken, die in ab­seh­ba­rer Zeit vor­aus­sicht­lich neu zu be­set­zen sind. Ei­ne Be­schrän­kung auf ak­tu­ell freie Stel­len lie­ße au­ßer Acht, dass § 42 Abs. 3 BBG zur Ver­mei­dung von Früh­pen­sio­nie­run­gen auch die Wei­ter­ver­wen­dung in Äm­tern ei­ner an­de­ren Lauf­bahn vor­sieht. Die da­für er­for­der­li­che Lauf­bahn­be­fä­hi­gung kann der Be­am­te ge­mäß § 6 Abs. 3 BLV erst nach ei­ner län­ge­ren Un­ter­wei­sungs­zeit er­wer­ben, die im mitt­le­ren Dienst min­des­tens ein Jahr be­trägt. Sie gibt den zeit­li­chen Rah­men vor, in dem sich ei­ne Ver­wen­dungs­mög­lich­keit er­öff­nen muss.

29 Da­ge­gen be­grün­det § 42 Abs. 3 BBG kei­ne Ver­pflich­tung des Dienst­herrn, per­so­nel­le oder or­ga­ni­sa­to­ri­sche Än­de­run­gen vor­zu­neh­men, um ei­ne Wei­ter­ver­wen­dung zu er­mög­li­chen. Es liegt im Or­ga­ni­sa­ti­ons­er­mes­sen des Dienst­herrn, wel­che und wie vie­le Äm­ter im abs­trakt-funk­tio­nel­len und im kon­kret-funk­tio­nel­len Sinn er bei den Be­hör­den ein­rich­tet und aus wel­chen Grün­den er die­se Äm­ter­struk­tur än­dert (Ur­teil vom 23. Sep­tem­ber 2004 - BVer­wG 2 C 27.03 - BVer­w­GE 122, 53 <56> = Buch­holz 239.1 § 36 Be­amtVG Nr. 2 S. 3). § 42 Abs. 3 BBG ent­hält kei­ne An­halts­punk­te für ei­ne Ein­schrän­kung die­ses or­ga­ni­sa­to­ri­schen Ge­stal­tungs­spiel­raums. Hier­für hät­te der Bun­des­ge­setz­ge­ber die Vor­aus­set­zun­gen be­stim­men müs­sen, un­ter de­nen or­ga­ni­sa­to­ri­sche Än­de­run­gen in Er­wä­gung zu zie­hen sind. Eben­so we­nig ist der Dienst­herr ver­pflich­tet, Dienst­pos­ten im We­ge per­so­nel­ler Än­de­run­gen frei­zu­ma­chen.

30 Es ist Sa­che des Dienst­herrn, schlüs­sig dar­zu­le­gen, dass er bei der Su­che nach ei­ner an­der­wei­ti­gen Ver­wen­dung für den dienst­un­fä­hi­gen Be­am­ten die Vor­ga­ben des § 42 Abs. 3 BBG be­ach­tet hat. Denn es geht um Vor­gän­ge aus dem Ver­ant­wor­tungs­be­reich des Dienst­herrn, die dem Ein­blick des be­trof­fe­nen Be­am­ten in al­ler Re­gel ent­zo­gen sind. Da­her geht es zu­las­ten des Dienst­herrn, wenn nicht auf­ge­klärt wer­den kann, ob die Su­che den ge­setz­li­chen An­for­de­run­gen ent­spro­chen hat (Ur­teil vom 17. Au­gust 2005 - BVer­wG 2 C 37.04 - BVer­w­GE 124, 99 <108 f.> = Buch­holz 11 Art. 33 Abs. 2 GG Nr. 32 S. 33).

31 4. § 42 Abs. 3 BBG gilt oh­ne in­halt­li­che Ein­schrän­kun­gen auch für die Be­am­ten der frü­he­ren Bun­des­bahn, die der Deut­schen Bahn ge­mäß § 12 Abs. 2 Satz 1, § 23 Satz 1 des Deut­sche Bahn Grün­dungs­ge­set­zes vom 27. De­zem­ber 1993 - DBGrG - (Art. 2 ENeu­OG; BGBl I S. 2386 <2388>), zu­letzt ge­än­dert durch Ver­ord­nung vom 31. Ok­to­ber 2006 (BGBl I S. 2407) zur Dienst­leis­tung zu­ge­wie­sen sind. Mit dem Er­lass die­ser Re­ge­lun­gen hat der Bun­des­ge­setz­ge­ber von der Er­mäch­ti­gung des Art. 143a Abs. 1 Satz 3 GG Ge­brauch ge­macht, Be­am­te der Bun­des­ei­sen­bah­nen durch Ge­setz ei­ner pri­vat­recht­lich or­ga­ni­sier­ten Ei­sen­bahn des Bun­des zur Dienst­leis­tung zu­zu­wei­sen. Eben­so wie Art. 143b Abs. 3 Satz 1 GG für die Be­schäf­ti­gung der Be­am­ten der frü­he­ren Bun­des­post bei den Post­nach­fol­ge­un­ter­neh­men er­mög­licht es Art. 143a Abs. 1 Satz 3 GG, Bun­des­be­am­te au­ßer­halb der Bun­des­ver­wal­tung ein­zu­set­zen, und stellt zu­gleich die ver­fas­sungs­recht­li­chen Be­din­gun­gen da­für auf: Wäh­rend der Dau­er ih­rer Zu­wei­sung sind die Rechts­stel­lung der Be­am­ten und die Ver­ant­wor­tung des Dienst­herrn zu wah­ren; bei­de dür­fen auch vom Bun­des­ge­setz­ge­ber nicht be­ein­träch­tigt oder ge­schmä­lert wer­den.

32 Un­ter Rechts­stel­lung der Be­am­ten im Sin­ne von Art. 143a Abs. 1 Satz 3, Art. 143b Abs. 3 Satz 1 GG ist die Ge­samt­heit der Rech­te und Pflich­ten zu ver­ste­hen, die mit dem Be­am­ten­sta­tus ver­bun­den sind und sich aus ihm ab­lei­ten (Be­schluss vom 11. De­zem­ber 2008 - BVer­wG 2 C 121.07 - ju­ris Rn. 41, zur Ver­öf­fent­li­chung in den Ent­schei­dungs­samm­lun­gen BVer­w­GE und Buch­holz vor­ge­se­hen). Ver­ant­wor­tung des Dienst­herrn be­deu­tet, dass ein Dienst­her­ren­wech­sel der zu­ge­wie­se­nen Be­am­ten eben­so aus­ge­schlos­sen ist wie ei­ne Auf­spal­tung der Dienst­her­ren­ei­gen­schaft. Der Bund bleibt Dienst­herr die­ser Be­am­ten und als sol­cher al­lei­ni­ger Trä­ger der Rech­te und Pflich­ten, die durch das Be­am­ten­ver­hält­nis be­grün­det wer­den. Die sich dar­aus er­ge­ben­den An­sprü­che des Be­am­ten rich­ten sich un­mit­tel­bar ge­gen den Bund (Ur­teil vom 11. Fe­bru­ar 1999 - BVer­wG 2 C 28.98 - BVer­w­GE 108, 274 <275 f.> = Buch­holz 11 Art. 143a GG Nr. 1 S. 2 f.).

33 An­ders als Art. 143b Abs. 3 Satz 2 GG für die Post­nach­fol­ge­un­ter­neh­men ent­hält Art. 143a Abs. 1 Satz 3 GG kei­ne Er­mäch­ti­gung für die Deut­sche Bahn, als Be­lie­he­ne im Auf­trag des Bun­des Dienst­her­ren­be­fug­nis­se hin­sicht­lich der zu­ge­wie­se­nen Be­am­ten aus­zu­üben (vgl. zu Art. 143b Abs. 3 Satz 2 GG: Ur­teil vom 20. Au­gust 1996 - BVer­wG 1 D 80.95 - BVer­w­GE 103, 375 <377> = Buch­holz 232 § 54 Satz 3 BBG Nr. 7 S. 20). Da­her muss der Bund sei­ne Ver­ant­wor­tung als Dienst­herr die­ser Be­am­ten selbst und un­mit­tel­bar aus­üben. Er darf die Zu­stän­dig­keit für dienst­recht­li­che Ent­schei­dun­gen, so­weit sie über die kon­kre­te Dienst­aus­übung hin­aus­ge­hen, nicht der Deut­schen Bahn über­tra­gen und sich auf die Rechts- oder Fach­auf­sicht be­schrän­ken (Ur­teil vom 11. Fe­bru­ar 1999 - a.a.O. S. 276 f. bzw. S. 3).

34 Die ge­setz­li­chen Re­ge­lun­gen tra­gen die­sen ver­fas­sungs­recht­li­chen Vor­ga­ben Rech­nung: Ge­mäß Art. 1 § 7 Abs. 1 Satz 2 ENeu­OG sind al­le Be­am­ten des Bun­des­ei­sen­bahn­ver­mö­gens, d.h. auch die zu­ge­wie­se­nen Be­am­ten, un­mit­tel­ba­re Bun­des­be­am­te. Ge­mäß § 12 Abs. 4 Satz 1, § 23 Satz 1 DBGrG blei­ben de­ren Rechts­stel­lung so­wie die Ge­samt­ver­ant­wor­tung des Dienst­herrn ge­wahrt. Dem­entspre­chend ist der Prä­si­dent des Bun­des­ei­sen­bahn­ver­mö­gens obers­ter Dienst­vor­ge­setz­ter und Vor­ge­setz­ter der Be­am­ten des Bun­des­ei­sen­bahn­ver­mö­gens (Art. 1 § 10 Abs. 1 Satz 2 ENeu­OG). Der Prä­si­dent ist obers­te Dienst­be­hör­de (Art. 1 § 10 Abs. 2 Satz 1 ENeu­OG). Die Un­ter­neh­men der Deut­schen Bahn sind zur Aus­übung des Wei­sungs­rechts ge­gen­über den zu­ge­wie­se­nen Be­am­ten nur be­fugt, so­weit die Dienst­aus­übung es er­for­dert (§ 12 Abs. 4 Satz 2, § 23 Satz 1 DBGrG).

35 Auf­grund der ge­mäß Art. 143a Abs. 1 Satz 3 GG fort­be­stehen­den Ver­ant­wor­tung des Dienst­herrn sind der Prä­si­dent des Bun­des­ei­sen­bahn­ver­mö­gens und die Lei­ter der nach­ge­ord­ne­ten Dienst­stel­len, so­weit ih­nen Zu­stän­dig­kei­ten über­tra­gen sind, be­rech­tigt und ver­pflich­tet, die dienst­recht­li­chen Ent­schei­dun­gen ge­gen­über den zu­ge­wie­se­nen Be­am­ten, ins­be­son­de­re die sta­tus­recht­lich be­deut­sa­men Ent­schei­dun­gen, ei­gen­ver­ant­wort­lich zu tref­fen. Der Bun­des­ge­setz­ge­ber kann die­se ver­fas­sungs­recht­lich vor­ge­ge­be­ne Ent­schei­dungs­zu­stän­dig­keit nicht än­dern. Sie um­fasst die Fest­stel­lung des ent­schei­dungs­er­heb­li­chen Sach­ver­halts, die Aus­le­gung der ein­schlä­gi­gen Rechts­nor­men und die Wahr­neh­mung von Er­mes­sens- und Be­ur­tei­lungs­spiel­räu­men. Die Prü­fungs­be­fug­nis als Wi­der­spruchs­be­hör­de muss sich auf die Zweck­mä­ßig­keit der Ent­schei­dun­gen er­stre­cken (Ur­teil vom 11. Fe­bru­ar 1999 a.a.O. S. 280 bzw. S. 5 f.).

36 5. Die Zu­stän­dig­keit für die Ver­set­zung von Be­am­ten in den Ru­he­stand we­gen Dienst­un­fä­hig­keit ist ge­mäß § 47 Abs. 1 Satz 1, § 10 Abs. 1 BBG die­sel­be wie die­je­ni­ge für die Er­nen­nung. Hier­für hat der Prä­si­dent des Bun­des­ei­sen­bahn­ver­mö­gens die Zu­stän­dig­keit für Be­am­te bis zur Be­sol­dungs­grup­pe A 13 den Lei­tern der Dienst­stel­len über­tra­gen (De­le­ga­ti­ons­an­ord­nung BEV vom 24. Au­gust 2005, BGBl I S. 2515, un­ter I.). Der zu­stän­di­gen Be­hör­de, im vor­lie­gen­den Fall dem Lei­ter der Dienst­stel­le Mit­te, ob­liegt die ei­gen­ver­ant­wort­li­che Prü­fung und Ent­schei­dung, ob die ge­setz­li­chen Vor­aus­set­zun­gen für die Ver­set­zung ei­nes der Deut­schen Bahn zu­ge­wie­se­nen Be­am­ten in den Ru­he­stand in tat­säch­li­cher und recht­li­cher Hin­sicht ge­ge­ben sind. Dies gilt so­wohl für die Fest­stel­lung der Dienst­un­fä­hig­keit ge­mäß § 42 Abs. 1 BBG als auch für die Su­che nach ei­ner an­der­wei­ti­gen Ver­wen­dung ge­mäß § 42 Abs. 3 BBG in dem ge­setz­lich vor­ge­se­he­nen Um­fang. Da­bei ge­hö­ren die Un­ter­neh­men der Deut­schen Bahn zum Be­reich des Dienst­herrn im Sin­ne von § 42 Abs. 3 Satz 2 BBG, weil sich des­sen Per­so­nal­ver­ant­wor­tung für die zu­ge­wie­se­nen Be­am­ten auf die­sen Be­reich er­streckt und die Be­am­ten auf­grund der Zu­wei­sung vor­ran­gig dort be­schäf­tigt wer­den sol­len.

37 Aus Art. 143a Abs. 1 Satz 3 GG folgt, dass der Dienst­herr die Kri­te­ri­en für die Su­che nach ei­ner an­der­wei­ti­gen Ver­wen­dung und das da­bei ein­zu­hal­ten­de Ver­fah­ren in ei­ge­ner Ver­ant­wor­tung fest­zu­le­gen hat. Wei­ter­hin muss si­cher­ge­stellt sein, dass die für die Ver­set­zungs­ent­schei­dung zu­stän­di­ge Bun­des­be­hör­de ge­gen­über der Deut­schen Bahn zu­min­dest be­stim­men­den Ein­fluss auf die Su­che neh­men kann. Sie kann ih­rer Ent­schei­dungs­ver­ant­wor­tung nur ge­recht wer­den, wenn ihr in tat­säch­li­cher und recht­li­cher Hin­sicht ef­fek­ti­ve Steue­rungs- und Kon­troll­mög­lich­kei­ten ein­ge­räumt sind und sie die­se auch wahr­nimmt. Ei­ne Plau­si­bi­li­täts­kon­trol­le der Be­mü­hun­gen und Ent­schei­dun­gen der Deut­schen Bahn reicht nicht aus.

38 Den sich aus Art. 143a Abs. 1 Satz 3 GG er­ge­ben­den An­for­de­run­gen ge­nügt das Ver­fah­ren nach der Kon­zern­richt­li­nie „Be­hin­der­te in­te­grie­ren“ aus meh­re­ren Grün­den nicht. Das Ver­fah­ren fin­det nicht in der Ver­ant­wor­tung des Dienst­herrn statt. Es han­delt sich um ein in­ter­nes Ver­fah­ren der Deut­schen Bahn, das die­se oh­ne Be­tei­li­gung des Dienst­herrn ent­wi­ckelt hat und oh­ne Mit­wir­kung des Prä­si­den­ten des Bun­des­ei­sen­bahn­ver­mö­gens oder der Lei­ter der Dienst­stel­len durch­führt. Über die an­der­wei­ti­ge Ver­wen­dung ent­schei­det nicht die für die Ver­set­zung in den Ru­he­stand zu­stän­di­ge Be­hör­de, son­dern die Deut­sche Bahn. Dem­entspre­chend hat der Be­klag­te auf die Su­che nach ei­ner Ver­wen­dung für den Klä­ger im Be­reich der Deut­schen Bahn kei­nen Ein­fluss ge­nom­men. Viel­mehr hat er der Ver­set­zungs­ent­schei­dung die Mit­tei­lung der Deut­schen Bahn un­ge­prüft zu­grun­de ge­legt, die Ver­fah­ren sei­en er­folg­los ge­blie­ben.

39 Dar­über hin­aus ist das Ver­fah­ren nach der Kon­zern­richt­li­nie „Be­hin­der­te in­te­grie­ren“ auch in­halt­lich nicht ge­eig­net, die An­for­de­run­gen des § 42 Abs. 3 BBG für den Be­reich der Deut­schen Bahn zu er­fül­len. Es er­streckt sich nur auf ak­tu­ell freie Stel­len, die von Un­ter­neh­men der Deut­schen Bahn zur Be­set­zung aus­ge­schrie­ben wer­den. Da­mit ha­ben ent­ge­gen § 42 Abs. 3 Satz 3 BBG von vorn­her­ein al­len­falls die­je­ni­gen Be­am­ten ei­ne Er­folgs­chan­ce, die im Be­sitz der je­wei­li­gen Lauf­bahn­be­fä­hi­gung sind. Auch ent­schei­det das aus­schrei­ben­de Un­ter­neh­men selbst über die Stel­len­be­set­zung. Oh­ne des­sen Zu­stim­mung kann ein Be­am­ter nicht ver­mit­telt wer­den.

40 Schlie­ß­lich hat der Be­klag­te nicht dar­ge­legt, dass die Su­che in dem ge­setz­lich ge­bo­te­nen Um­fang über den Be­reich der Deut­schen Bahn hin­aus auf den ge­sam­ten Be­reich des Dienst­herrn des Klä­gers er­streckt wur­de. In­halt­li­che Vor­ga­ben für ei­ne der­ar­ti­ge Su­che im Be­reich der Bun­des­ver­wal­tung feh­len.

41 Die An­for­de­run­gen des § 42 Abs. 3 BBG dür­fen für die der Deut­schen Bahn zu­ge­wie­se­nen Be­am­ten nicht des­halb her­ab­ge­setzt wer­den, weil bei der Bahn auf­grund von Um­struk­tu­rie­rungs- und Ra­tio­na­li­sie­rungs­maß­nah­men ein Per­so­nal­über­hang be­steht. Die­ser Zu­stand be­sei­tigt oder re­la­ti­viert nicht die in Art. 143a Abs. 1 Satz 3 GG ver­an­ker­te Pflicht des Dienst­herrn, nach Ma­ß­ga­be des § 42 Abs. 3 BBG nach ei­ner an­der­wei­ti­gen Ver­wen­dung für dienst­un­fä­hi­ge Be­am­te zu su­chen. Die ver­fas­sungs­recht­li­che Pflicht, die Rechts­stel­lung der Be­am­ten der frü­he­ren Bun­des­bahn zu wah­ren, ver­bie­tet es, sie ent­ge­gen Art. 33 Abs. 5 GG ei­nem Per­so­nal­über­hang zu­zu­wei­sen und so auf un­ab­seh­ba­re Zeit in den „Zu­stand der Be­schäf­ti­gungs­lo­sig­keit“ zu ver­set­zen oder sie wie Leih­ar­beit­neh­mer vor­über­ge­hen­de Auf­ga­ben er­fül­len zu las­sen. Macht ein dem Per­so­nal­über­hang zu­ge­wie­se­ner Be­am­ter den sich un­mit­tel­bar aus Art. 33 Abs. 5 GG er­ge­ben­den An­spruch auf amts­an­ge­mes­se­ne Be­schäf­ti­gung gel­tend, so muss ihm zeit­nah ei­ne auf Dau­er an­ge­leg­te amts­an­ge­mes­se­ne Tä­tig­keit bei ei­nem Be­schäf­ti­gungs­be­trieb der Deut­schen Bahn über­tra­gen wer­den. Es ver­stö­ßt ge­gen Art. 33 Abs. 5 GG, ihn statt­des­sen auf­zu­for­dern, sich an Be­wer­bungs­ver­fah­ren für die Be­set­zung frei­er Stel­len zu be­tei­li­gen (Ur­tei­le vom 22. Ju­ni 2006 - BVer­wG 2 C 26.05 - BVer­w­GE 126, 182 <183 f.> = Buch­holz 11 Art. 143b GG Nr. 3 S. 3 f. und vom 18. Sep­tem­ber 2008 - BVer­wG 2 C 126.07 - ju­ris Rn. 13 f. = NVwZ 2009, 187, zur Ver­öf­fent­li­chung in den Ent­schei­dungs­samm­lun­gen BVer­w­GE und Buch­holz vor­ge­se­hen).

42 Die Kos­ten­ent­schei­dung folgt aus § 154 Abs. 2 und 3, § 162 Abs. 3 Vw­GO. Da die Bei­ge­la­de­ne kei­nen Sach­an­trag ge­stellt und da­her kein Kos­ten­ri­si­ko ein­ge­gan­gen ist, ent­spricht es der Bil­lig­keit, dass sie ih­re au­ßer­ge­richt­li­chen Kos­ten selbst trägt (§ 162 Abs. 3 Vw­GO).